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News

Citizen Conservation – Halbjahresbilanz zum Tierbestand

Haltung rettet Arten – Zwischenstand Mai 2020

Vor eineinhalb Jahren legte unser Projekt zum Aufbau von Erhaltungszuchten am Beispiel der Amphibien los. Mit allem, was zu so einer Pilotphase gehört: Aufbau der Organisationsstruktur, der Website, der Mitgliederverwaltung. Die Finanzierung musste gesichert werden, der Personalstamm aufgebaut, und natürlich mussten wir CC erst einmal bekannt machen. Dafür sind wir mit fünf „Beispielarten“ gestartet.

Mitten in der Pilotphase

Noch sind wir mitten drin in dieser Pilotphase. Aber es tut sich was beim Tierbestand, und zwar etwas sehr Elementares: Unsere Schützlinge werden älter und erreichen damit allmählich die Geschlechtsreife. Der Bestand der CC-Tiere rekrutiert sich bislang aus Nachzuchttieren von Zoos und Privathaltern, die als Jugendliche in unser Programm kamen. Je nach Art dauert es unterschiedlich lang, bis sie schließlich selbst alt genug sind, um Nachwuchs in die Welt zu setzen.

Bestandsübersicht Mai 2020

 * Status = Mittelwert aus bereits erreichtem Prozentsatz der anvisierten Halterzahl und des als Ziel bestimmten Tierbestands

An der Schwelle zum Erwachsensein

Unsere Pátzcuaro-Querzahnmolche und Knochenkopfkröten sind nun langsam so weit. So legte ein Querzahnmolch-Weibchen im Allwetterzoo Münster im vergangenen Herbst bereits ein erstes Gelege, aus dem zwei Larven schlüpften, die sich leider aber noch nicht entwickelten. Dennoch: Ein Anfang ist hoffentlich gemacht! Unsere Halter der Knochenkopfkröten berichten von deren ersten Versuchen, in den Amplexus zu gelangen – so nennt man die Klammerhaltung, die Froschlurche zur Paarung einnehmen. Wir sind optimistisch, in 2020 erste eigene Nachzuchterfolge bei diesen Arten vorweisen zu können.

Geduld gefragt

Bei den Almanzor-Feuersalamander wird es wohl noch ein bis zwei Jahre dauern, bis die Jungtiere die Geschlechtsreife erreicht haben. Beim Tafelberg-Baumsteiger und bei den Lemur-Laubfröschen ist es dagegen bislang noch nicht gelungen, potenzielle Zuchtgruppen aufzubauen. Es ist bei so seltenen Arten mitunter schwierig, überhaupt erst mal geeignete Gründertiere zu bekommen. Gute Nachrichten immerhin vom Lemur-Laubfrosch: Von ihm werden wir wohl in Kürze eine größere Zahl an Jungtieren neu in das Projekt aufnehmen können, sodass wir für 2020/21 dann auch bei diesen kritisch bedrohten Fröschen auf Nachwuchs hoffen.

Blitzstarter

Als sechste Art schließlich konnten wir im vergangenen Halbjahr den Vietnamesischen Krokodilmolch in CC aufnehmen. Die Erstnachzucht dieser seltenen Amphibien war erst im Jahr zuvor im Kölner Zoo gelungen. Und sie ließen sich nicht lange bitten: Kaum, dass sie zum Jahreswechsel zu einer CC-Privathalterin umgezogen waren, begannen sie mit Fortpflanzungsaktivitäten. Inzwischen wachsen die ersten Larven heran, und wir sind optimistisch, in der nächsten Halbjahresbilanz zum 1. November 2020 die ersten eigenen CC-Nachzuchten dieser Art vorweisen zu können.