Anna Rauhaus züchtet Amphibien im Kölner Zoo und hilft Artenschützern in Vietnam.

Halterin

Anna Rauhaus

Art

Knochenkopfkröte

Region

Vietnam

Anna Rauhaus ist Tierpflegerin im Aquarium des Kölner Zoos. Unter ihrer Aufsicht gelang die Erstnachzucht mehrerer Arten. Ihre Expertise über die Pflege von Amphibien wird auch international hoch geschätzt.

Für Kröten im Einsatz – in Köln und Vietnam

Tropische Wärme, dampfender Regenwald, ungezählte Arten – während Forscher noch damit beschäftigt sind, die Amphibien in Vietnam überhaupt erst mal zu entdecken, haben ihre Kollegen schon alle Hände voll damit zu tun, sie vor dem Verschwinden zu schützen. Mit dabei: Anna Rauhaus vom Kölner Zoo. Mit ihrem Können als Tierpflegerin hilft sie den vietnamesischen Kollegen vor Ort, Haltungen für gefährdete Arten aufzubauen, ihre Fortpflanzung zu erforschen und Zuchtgruppen zu bilden.

Einsatz in Vietnam

Botschafter in Köln

Aber auch daheim im Kölner Zoo werden Amphibien nachgezüchtet: als Botschafter für ihren natürlichen Lebensraum und stille Reserve für den Artenschutz. In einem speziellen Amphibienzuchtraum ist Anna und ihrem Team in den vergangenen Jahren die Vermehrung von knapp 20 Fröschen, Kröten und Salamandern geglückt, darunter hoch gefährdete Arten. Das Kölner Terrarien-Team hat sich besonders auf bedrohte und wenig erforschte Arten spezialisiert und hilft auch bei der Unterbringung und Vermittlung von aus Beschlagnahmungen stammenden Tieren kräftig mit.

Mit ganz besonderem Charme

Einer der Lieblinge der Tierpflegerin ist die urige Knochenkopfkröte. In Vietnam ist sie gefährdet, in Köln vermehrt sie sich dank der engagierten Pflege bestens. „Knochenkopfkröten sind wunderhübsche Tiere mit ganz besonderem Charme“, sagt Anna. „Es freut mich, dass wir sie im Kölner Zoo inzwischen über mehrere Generationen vermehren.“

„Knochenkopfkröten sind wunderhübsche Tiere mit ganz besonderem Charme.“

Beruf aus Leidenschaft

Wie kommt man zu so einem Beruf? „Ich fand Amphibien schon immer toll – abgesehen davon, dass sie einfach sehr sympathisch sind, fasziniert mich die wahnsinnige Vielfalt.“ So sehr, dass Anna nach ein paar Semestern an der Uni beschlossen hat, lieber etwas Praktisches zu machen, wofür sie sich richtig begeistern kann: Tierpflege mit dem Schwerpunkt auf Artenschutz. Seit 2014 ist sie Reviertierpflegerin im Terrarium des Kölner Zoos. „Kein Tag ist gleich“, erzählt Anna über ihren Traumjob, „gerade bei den Amphibien muss man sich bei jeder Art neu hineindenken und überlegen, wie man die natürlichen Lebensbedingungen am besten nachstellt. Besonders schön ist es, dass im Kölner Zoo Haltung mit Forschung und Artenschutz kombiniert wird.“

Nachzuchten aus dem Kölner Amphibienraum

Kooperation der Amphibienfreunde

Anna und ihr Team arbeiten im Rahmen von Citizen Conservation #Amphibians gerne mit Menschen zusammen, die sich in ihrer Freizeit mit Amphibienhaltung beschäftigen. „Letztendlich sind Haltungsplatz und Pflegepersonal in einem Zoo begrenzt. Mit engagierten Privathaltern können wir neue Kapazitäten schaffen und gleichzeitig Wissen teilen und erweitern – ein Win-win-Effekt für Erhaltungszuchten bedrohter Arten.“

Und wenn es dann doch mal genug ist mit den Lurchen, spielt Anna nebenher noch Theater, bei einer Impro-Gruppe und beim Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater. Vielleicht steht dort ja bald mal „Der Froschkönig“ auf dem Programm. Dann fügte sich alles perfekt zusammen.

Knochenkopfkröte

Ingerophrynus galeatus

Die Knochenkopfkröte will ihre Ruhe haben. Deshalb lebt sie fernab von menschlichen Siedlungen im ungestörten südostasiatischen Regenwald. Doch der wird immer knapper. Nicht nur für die Kröten ein Riesenproblem.

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