
Vor gut einem Jahr konnten einige Dutzend gewilderte italienische Alpensalamander aus drei hoch bedrohten Unterarten bzw. Arten gerettet werden. Citizen Conservation koordinierte und finanzierte den Aufbau des „Kompetenzzentrums Alpensalamander“, um die angeschlagenen Tiere fachgerecht aufzupäppeln, um Erfahrungen mit diesen bislang kaum gehaltenen und wenig bekannten Lurchen zu sammeln und um somit den Grundstein für eine dauerhafte Erhaltungszucht zu legen. Die Haltungsanlagen wurden in stillgelegten Bunkern auf dem Gelände der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen sowie im Erlebnis-Zoo Hannover eingerichtet, wo die speziellen klimatischen Ansprüche dieser Hochgebirgsbewohner erfüllt werden können.
Private Expertise zur Salamanderrettung
Doch die besten Anlagen nutzen nichts, wenn sie nicht mit der nötigen Fachkompetenz betreut werden. Und das kann in Deutschland wohl niemand besser als der ausgewiesene Salamanderexperte und Citizen-Conservation-Beirat Uwe Seidel. Der 65-jährige Zahntechniker widmet sich seit über fünf Jahrzehnten der Haltung und Zucht von Feuersalamandern, den nächsten Verwandten der Alpensalamander. Seit der Beschlagnahmung der gewilderten Tiere hat er im Auftrag der zuständigen Behörden deren Pflege zunächst bei sich zu Hause übernommen, später die Planung der Terrarien und den Umzug der Tiere an die Standorte des Kompetenzzentrums organisiert, und seither berät er die Pflegenden vor Ort bei regelmäßigen Besuchen und packt dabei auch stets selbst an, um für die bestmögliche Betreuung zu sorgen. Damit dieses außergewöhnliche, bislang rein ehrenamtliche Engagement mit ungezählten Fahrkilometern und sehr viel Zeit zumindest ein bisschen gewürdigt und für die Zukunft verstetigt wird, hat Citizen Conservation sich seiner weiteren Mitarbeit durch einen Arbeitsvertrag versichert – für eine geringfügige, aber absolut nicht geringzuschätzende Beschäftigung. Damit ist Uwe nun sozusagen der älteste Bewohner des Alpensalamander-Kompetenzzentrums.
Es ist ein Salamander!
Und der kann nun stolz den jüngsten präsentieren: Denn in diesen Tagen ist in Sachsenhagen das erste Jungtier von Lanzas Alpensalamander zur Welt gekommen. Es ist 6 cm lang und wiegt stolze 1,4 Gramm! Da diese an widrige Umweltbedingungen angepassten Spezialisten eine extrem lange Tragzeit haben – mit zwei bis vier Jahren sogar die längste aller Landwirbeltiere –, hat die Hochzeit der jungen Mutter vermutlich noch in der italienischen Heimat stattgefunden. Dass die Geburt nun aber in Sachsenhagen komplikationslos über die Bühne gegangen ist und es dem Neugeborenen sichtlich gutgeht, ist das Verdienst von Salamanderretter Uwe Seidel und dem ganzen Team des Kompetenzzentrums – und ein hoffnungsvoller Anfang für den Erhalt dieser Art in menschlicher Obhut, die in ihrem natürlichen Lebensraum dagegen leider einer ausgesprochen düsteren Zukunft entgegensieht.





