Knochenkopfkröte

Ingerophrynus galeatus

Knochenkopfkröte

Ingerophrynus galeatus

Zielvorgabe CC

40 Haltende

Stand 05/2024

Zielvorgabe CC

225 Tiere

Stand 11/2023

Zielvorgabe CC

40 Haltende

Stand 05/2024

Zielvorgabe CC

225 Tiere

Stand 11/2023

Manche mögen’s nass. Die Knochenkopfkröte lebt recht eng an Wasser gebunden. Sie hüpft auf dem Boden der Tieflandregenwälder von Kambodscha und Laos über Vietnam bis in den Süden Chinas herum, immer in der Nähe von Bächen. In der Laubstreu sind die bis zu neun Zentimeter langen Kröten mit ihrem bräunlich olivfarbenen Militär-Look gut getarnt.

Echte Dickschädel

Bei dieser Kröte hat das Weibchen den Hut auf: Der deutsche Name spielt bereits auf die kräftigen Knochenkämme an, die ihren Kopf so kantig, fast wie mit einem Helm gepanzert, wirken lassen. Beide Geschlechter haben einen solchen Knochenkamm zwischen dem Auge und der großen, krötentypischen Sekretdrüse hinter den Ohren, nur bei den Weibchen ist er noch bis zur Schnauzenspitze verlängert.

Kröten der Welt

Lake, sweet Lake

Natürlich kann ein Salamander nicht entscheiden, ob er nach seiner Zeit als im Wasser lebende Larve die Metamorphose durchläuft und an Land geht oder eben nicht. Aber tief in ihren Genen haben viele Schwanzlurche die Option gespeichert, die Metamorphose nicht vollständig zu durchlaufen und auch als erwachsene Tiere im Wasser zu leben. Die geschlechtsreifen Tiere behalten dann einige Larvenmerkmale bei, etwa die Außenkiemen, mit denen sie unter Wasser atmen können. Neotenie nennt man dieses Phänomen, und das weltweit bekannteste Beispiel dafür ist ein naher Verwandter von Andersons Querzahnmolch: der Axolotl. Wenn der Verbleib im Wasser einen Überlebensvorteil mit sich bringt, sorgen letztlich die evolutionären Mechanismen dafür, dass irgendwann die ganze Population ein Leben lang in dem See bleibt, der ursprünglich nur ihre Kinderstube war.

Entwicklung vom Ei zur Jungkröte

Heißhunger auf Häppchen

Für eine so handfeste Kröte ist die Nahrungsvorliebe der Knochenkopfkröte eher ungewöhnlich: Sie bevorzugt nämlich besonders kleine Futtertiere. Selbst ausgewachsene Tiere schnappen am liebsten kleine Fruchtfliegen und ähnliche Mini-Snacks , die dann mit der Krötenzunge „abgeschossen“ werden. Dafür ist ihr Appetit gewaltig. Die Kröten räumen also richtig auf unter kleinen Insekten.

Der Geschlechtsakt verläuft nach menschlichen Begriffen eher unromantisch

Knochenkopfkröten im Amplexus

Krötenliebe

Mit Beginn der Regenzeit geraten die Knochenkopfkröten in Paarungsstimmung. Dann begeben sie sich zum nächsten Gewässer, und die Männchen versuchen, die Weibchen mit Rufen anzulocken. Gelingt das, klammert das kleinere Männchen sich auf dem Rücken des Weibchens fest. In diesem sogenannten Amplexus bleiben die Tiere mitunter auch einige Tage aneinander fixiert, bis es schließlich im Wasser zur Eiablage kommt. Der eigentliche Geschlechtsakt verläuft nach menschlichen Begriffen eher unromantisch: Das Weibchen legt seine Eier in langen Laichschnüren ab, das Männchen gibt im Wasser einfach seinen Samen darüber – fertig. Alles Weitere muss der Nachwuchs von selbst schaffen.

Natürlicher Lebensraum der Knochenkopfkröte © Thomas Ziegler

Bitte nicht stören

Da das Verbreitungsgebiet der Knochenkopfkröte relativ groß ist, gilt die Art insgesamt noch nicht als gefährdet, auch wenn die Kröten vergleichsweise selten zu sein scheinen. Offensichtlich bewohnen sie ausschließlich ungestörte Regenwälder. Von denen gibt es in Südostasien immer weniger. In Vietnam ist die Knochenkopfkröte bereits auf der Roten Liste als „bedroht“ eingestuft. Vor allem aber ist diese kleine Kröte nur eine Art von vielen Tausenden, die auf das Ökosystem Tieflandregenwald angewiesen sind.

Für Haltende

Basisinformationen zu Biologie und Haltung

Die Knochenkopfkröte is auch für unerfahrene Halter geeignet. Terrarium für ein Pärchen mindestens 60 x 40 x 40, 100–150 x 60 x 60 cm für eine Gruppe. Ganzjährig Temperaturen von 24–26 °C bei geringer Nachtabkühlung. Die Becken können attraktiv als Regenwaldterrarium mit großem Wasserteil gestaltet werden. Die Kröten sind eigentlich nachtaktiv, aber auch am Tag häufig zu beobachten. Gefressen werden kleine Futtertiere von Fruchtfliegen bis Grillen. Aufzucht der Kaulquappen mit Fischfutter.

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