
Das erlebt auch das mondäne Basel nicht alle Tage: Über 200 Fachleute aus Zoos und Artenschutz kamen vom 3. bis 6. Juni 2026 in der Schweizer Grenzstadt zusammen, um über die zukünftige Ausrichtung der zoologischen Einrichtungen im deutschsprachigen Raum und besonders um über den One Plan Approach für den Artenschutz zu konferieren.
Projektplanung und Netzwerken
Mit 71 wissenschaftlich geführten Zoos, die im vergangenen Jahr über 40 Millionen Besucherinnen und Besucher begrüßen konnten, ist der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) europaweit einer der wichtigsten Akteure im Artenschutz. Da er außerdem einer der drei Gesellschafter von Citizen Conservation ist, war klar, dass CC bei seiner Jahrestagung rund um den Basler Zoo „Zolli“ auf Einladung von dessen Direktor und CC-Aufsichtsrat Olivier Pagan vertreten war. Geschäftsführer Björn Encke und Mitbegründer Heiko Werning haben sich aufgemacht, um über die Fortschritte von CC zu berichten, über die aktuellsten Entwicklungen im Bereich Ex-situ-Artenschutz zu informieren und zu netzwerken.
Und natürlich haben sie auch die Harlekin- oder Rio-Pescado-Stummelfußkröten (die einen sagen so, die anderen so …) begutachtet, die dort von Kurator Fabian Schmidt und seinem Team sehr erfolgreich gezüchtet werden – nicht ohne Stolz nehmen wir zur Kenntnis, dass der VdZ in seiner Pressemitteilung genau diese CC-Art als Eyecatcher und Aufmacher ausgewählt hat.
Mit dem One Plan Approach in die Zukunft
Die VdZ-Jahrestagung begann am Mittwoch mit dem sogenannten Verbändetreffen, das den Netzwerkgedanken besonders betont: Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter maßgeblicher Verbände der Zoo-Community zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen. Auch CC hatte die Gelegenheit, die Projektfortschritte des letzten Jahres zu präsentieren. Stilecht zwischen der gerade neu in Basel eingetroffenen Elefantengruppe und in erstaunlicher Stückzahl dort gastierenden frei lebenden Störchen wurde bei schönstem Wetter anschließend der Icebreaker-Abend begangen, bevor am Donnerstag das hochkarätige Zoo- und Wildtierforum im Hyperion-Messehotel anstand, mit zahlreichen Vorträgen zu Theorie und Praxis von Artenschutz unter Einbeziehung von Haltung in menschlicher Obhut. Die Veranstaltung beleuchtete dabei als Leitthema den One Plan Approach, einer Initiative der Weltnaturschutzunion IUCN, der besagt, dass im Artenschutz Maßnahmen im natürlichen Lebensraum, Tierhaltung in menschlicher Obhut und die Einbeziehung aller relevanten Akteure zusammengezogen werden müssen. CC steht ganz in dieser Gedankenschule, ist es doch unser Ziel, die bislang ungenutzten Ressourcen der Zivilgesellschaft durch Einbeziehung von Privathaltern und institutionellen Haltern jenseits der Zoos in gemeinsame Erhaltungszuchtprogramme einzubinden.
Aufregende Perspektiven ...
Am Freitag und Samstag folgten die verbandsinterne Arbeitstagung, bei der u. a. Björn Encke die CC-Bilanz vorstellte. Beim abschließenden Besuch des Zolli konnten die Tagungsteilnehmenden sich nicht nur von seiner schon jetzt exzellenten Tierhaltung überzeugen, sondern sich auch den Masterplan bis zum Jahr 2049 erklären lassen – der als einen der ersten Schritte den Bau eines CC-Gebäudes vorsieht, dessen Vorboten vielleicht 2028 schon die Haltung und Zucht einer ganzen Reihe von CC-Arten unter Einbeziehung von Privatpersonen ermöglichen werden. Als größter Einzelförderer gehört der Zoo Basel zu den entscheidenden Ermöglichern unserer Erhaltungszuchtinitiative – mit den aufregenden Zukunftsplänen, die Interessierten in einem eigenen Pavillon im Zolli gezeigt werden, wird diese hervorragende Zusammenarbeit künftig weiter intensiviert.
... und eine eindrucksvolle Bilanz
Auch die offiziellen VdZ-Zahlen, die zur Tagung präsentiert wurden, können sich sehen lassen: 59 Millionen Euro sind in den letzten fünf Jahren in 155 Artenschutzprojekte in 55 Ländern geflossen – CC ist froh und stolz, ein Teil dieser Gemeinschaft im Kampf gegen die Biodiversitätskrise zu sein.







