Orangeaugen-Laubfrosch

Agalychnis annae

Orangeaugen-Laubfrosch

Agalychnis annae

Zielvorgabe CC

32 Haltende

Stand 05/2026

Zielvorgabe CC

225 Tiere

Stand 05/2026

Zielvorgabe CC

32 Haltende

Stand 05/2026

Zielvorgabe CC

225 Tiere

Stand 05/2026

Man darf davon ausgehen, dass der berühmte Froschforscher William E. Duellman seine Frau sehr geschätzt hat. Jedenfalls hat er von den mehreren hundert Arten, an deren wissenschaftlicher Entdeckung er beteiligt war, ausgerechnet den Orangeaugen-Laubfrosch nach ihr benannt hat: Agalychnis annae, also übersetzt: Annas Agalychnis. Und tatsächlich schlägt dieser Frosch aus den höher gelegenen Regenwäldern Costa Ricas Betrachter wie Betrachterin mit seiner Schönheit in den Bann. Die er allerdings nur in der Nacht zeigt, denn am Tag krumpelt er sich an der Unterseite großer Blätter zusammen, zieht die orangefarbenen Augen ein und sieht nur noch aus wie ein dicker Knubbel.

Urbane Frösche

Prächtige Schönheit

Aber kaum wird es dunkel, zeigt der bis über acht Zentimeter lange, kräftige Frosch seine ganze Pracht. Die Augen leuchtend orange, die Flanken und Teile der Zehen wunderschön schillernd blau, der Rücken kräftig grün und dazu rosa bis orangefarbene Anflüge an Partien der Arme, Zehen und an der Kehle – in Zeiten von KI-generierten Bildern mag man kaum glauben, dass dieser Frosch echt ist. Die auch Blauflankenlaubfrosch genannte Schönheit wirkt eher wie ein Fabelwesen.

Mit der Froschkette in die Erhaltungszucht

Fantastisches Froschwesen

Zwischenzeitlich hätte man tatsächlich glauben können, dass der Orangeaugen-Laubfrosch nur eine sagenhafte Gestalt ist. Denn plötzlich war er weg und wurde zu einem Phantom der Wälder, einem Gerücht, von dem man sich fragen konnte, was wohl dran gewesen sein mag. In den 1980er-Jahren ist er auch aus eigentlich gut geschützten Nationalparks und Waldgebieten plötzlich verschwunden. Sein Lebensraum stand unberührt da, als sei nichts geschehen – aber der zuvor durchaus häufige Frosch war einfach weg. Leider war er nicht der einzige. Zwischenzeitlich hätte man tatsächlich glauben können, dass der Orangeaugen-Laubfrosch nur eine sagenhafte Gestalt ist. Denn plötzlich war er weg und wurde zu einem Phantom der Wälder, einem Gerücht, von dem man sich fragen konnte, was wohl dran gewesen sein mag. In den 1980er-Jahren ist er auch aus eigentlich gut geschützten Nationalparks und Waldgebieten plötzlich verschwunden. Sein Lebensraum stand unberührt da, als sei nichts geschehen – aber der zuvor durchaus häufige Frosch war einfach weg. Leider war er nicht der einzige.

„Zwischenzeitlich hätte man tatsächlich glauben können, dass der Orangeaugenlaubfrosch nur eine sagenhafte Gestalt ist. Denn plötzlich war er weg und wurde zu einem Phantom der Wälder, einem Gerücht.“

© Tobias Eisenberg

... und ein geheimnisvoller Pilz

Wie sich erst einige Jahre später herausstellte, war die Ursache des massenhaften Amphibiensterbens in Zentralamerika ein eingeschleppter Pilz. Wie das genau passieren konnte, ist bis heute ungeklärt. Wo kam der Pilz her? Wie ist er dorthin gekommen? Warum schlug er plötzlich so tödlich zu? Die heute gängige Theorie besagt, dass Batrachochytrium dendrobatidis, so heißt er, mit dem Menschen, womöglich durch von ihm über die Welt verteilte Frösche, vielleicht aber auch über ganz andere Wege, aus dem Fernen Osten in Gegenden kam, in denen es ihn vorher nicht gegeben hat, und die Folgen waren so dramatisch, wie wir das auch von der indigenen Menschen der Neuen Welt kennen, die mit den Krankheitserregern der Europäern in Kontakt kamen und daran massenhaft gestorben sind.

Er ist wieder da

Jedenfalls verschwand eine ganze Reihe von Froscharten in dieser Zeit durch den Pilz, vielleicht auch im Zusammenspiel mit dem Klimawandel oder Umweltverschmutzung. Einige Frösche gingen ganz und für immer, einige nur in Teilen, und andere tauchten plötzlich wieder auf. Zum Glück gehört der Orangeaugen-Laubfrosch zu den Überlebenden. Mit allerdings einer Merkwürdigkeit: Man trifft ihn nämlich nicht mehr dort, wo man es erwarten würde, nämlich in unberührten Schutzgebieten – sondern ausgerechnet im städtischen Moloch rund um die costaricanische Hauptstadt San José. So findet man diesen fantastischen Frosch heute nicht mehr in Bergwäldern, sondern in Stadtparks und Gärten. Warum? Wir wissen es nicht. Wir können nur erleichtert feststellen, dass sich die Bestände wieder etwas erholt haben. Wenn auch nur in einem Bruchteil des ehemaligen Verbreitungsgebietes. In einem Bruchteil zumal, das besonders stark von Zersiedelung und Umweltverschmutzung betroffen ist. Wir sollten also gut auf ihn aufpassen und ihn auch außerhalb seiner Restvorkommen in menschlicher Obhut erhalten. Denn wie wir jetzt wissen, wissen wir eigentlich nichts …

Für Haltende

Basisinformationen zu Biologie und Haltung

Eine Art für erfahrene Froschpflegerinnen und -pfleger. Terrarium für eine Zuchtgruppe ab 60–80 x 60 x 100–120 cm (Länge x Breite x Höhe). Kein Aggressionsverhalten. Dicht bepflanztes Regenwaldterrarium mit vielen Klettermöglichkeiten, Wassergefäß und Temperaturen von 24–26 °C tagsüber und 17–20 °C nachts. Ernährung mit allen gängigen Futtertieren. Quappenaufzucht in separaten Aquarien.

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